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Will man ErklĂ€rvideos fĂŒr die Geisteswissenschaften produzieren, mĂŒssen diese nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch die Inspiration, die in geisteswissenschaftlichen Texten steckt. Sie dĂŒrfen nicht nur Inhalte transportieren, sondern mĂŒssen selbst zum Inhalt werden und diesen auf eine Weise erlebbar machen, wie es herkömmliche Videos nicht vermögen. Wir nutzen eine visuelle und textuelle Strategie, um die Form des Denkers/Themas im Video zu bewahren und den Impuls zu vermitteln, wĂ€hrend die Videos zugĂ€nglich bleiben.

Wenn man ErklĂ€rvideos zu geisteswissenschaftlichen Themen erstellen möchte, dĂŒrfen diese nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch die in geisteswissenschaftlichen Texten enthaltenen Impulse transportieren.

Wir mussten eine gut durchdachte visuelle und textliche Strategie entwickeln, damit beim KĂŒrzen der Inhalte das Denken der jeweiligen Philosophen nicht auf reine Inhalte reduziert wird, sondern etwas von der Erfahrung erhalten bleibt, die beim Denken in einer bestimmten Form entsteht, sodass der Wow-Moment nicht vollstĂ€ndig verloren geht, der der Philosophie eigen ist.

Um diese Anforderung zu erfĂŒllen, weisen unsere Videos die folgenden Merkmale auf:

korrekte Fakten 

die begriffliche Form des jeweiligen Denkers wird auf die Àsthetische Form des Video angewendet

Videos mĂŒssen zugĂ€nglich, ansprechend und neugierig machend bleiben.

Spannungsbogen

Das Wecken der Neugier und die Unterhaltung der Zuschauer, damit sie das Video weiter ansehen, wird durch die folgende narrative Struktur erreicht, der alle unsere Videos folgen. Diese ist inspiriert von Alain Badious Vortrag „Was ist Philosophie?“ aus dem Jahr 2010 (S. 76) und stellt auch sicher, dass das Besondere der Philosophie vermittelt wird: Selbstreflexion und ein Moment des Impulses.

FĂŒr Shorts/TikToks haben wir einen etwas anderen Spannungsbogen. Um Shorts zu erstellen, die viral gehen, nutzen wir eine einfache FĂŒnf-Punkte-Struktur fĂŒr unsere Geschichten:

Mystery

Der Faktor des Geheimnisvollen ist hier entscheidend. Wir möchten dies nicht nur im ErzÀhlstil, sondern auch im Sounddesign und im visuellen Erscheinungsbild umsetzen. Um dies zu erreichen, setzen wir auf liminal Spaces, POV-Einstellungen, die an Videospiele erinnern, und den bekannten Uncanny-Valley-Effekt. Wir wollen diese unheimlichen Bilder mit 3D-Software wie Blender, Unreal Engine und Unity umsetzen. So könnte Freuds Traumdeutung zu einem Besuch im Albtraum von Irmas Injektion werden oder Hegels Logik zu einem Spaziergang durch die Architektur einer lÀngst verlassenen, jenseitigen Kathedrale statt nur zu einer PowerPoint-Folie.

Mysteriöse und unheimliche Videos – insbesondere Liminal Spaces – sind auf YouTube seit jeher sehr beliebt. Sie geben dem Publikum die Möglichkeit, RĂ€tsel zu lösen und Geheimnisse zu entschlĂŒsseln, was den Zuschauern unmittelbar fesselt und sofort die Aufmerksamkeit packt und die Identifikation befördert, wĂ€hrend gleichzeitig Fakten auf ansprechende Weise vermitteln. Diese Struktur macht unsere Videos nicht nur interessant, sondern vor allem einzigartig.

1. Ein Beispiel fĂŒr die „visuell passende Welt“: FĂŒr Heidegger wĂ€re eine „visuell passende Welt“ z.B. eine Welt, die an Van Goghs Stillleben mit Schuhen erinnert, das er in „Der Ursprung des Kunstwerks“ erwĂ€hnt, angereichert mit den visuellen BezĂŒgen, die er herstellt, aber auch mit Bildern, die den Ton seiner Sprache widerspiegeln – erdige Farbtöne und Texturen, WĂ€lder, einfache bĂ€uerliche GegenstĂ€nde.

2. Ein Beispiel fĂŒr die „strukturell Ă€quivalente Welt“: Die Anamorphose ist hierfĂŒr ein passendes Beispiel. Ohne ins Detail zu gehen, lĂ€sst sich sagen, dass dieses PhĂ€nomen vollstĂ€ndig analog zu G.W.F. Hegels Erkenntnistheorie ist (Siehe u.A. Finkelde 2017). Um dies zu veranschaulichen, sollte das Video selbst eine anamorphotische Visualisierung enthalten.

Der beschriebene Spannungsbogen integriert jedoch nur allgemein den Anstoß. Jeder Denker, jedes Werk und jedes Thema hat seine eigene, einzigartige Form des Anstoßes. Daher mĂŒssen unsere Videos in Bezug auf Text, Bildmaterial und Ton strukturell Ă€quivalent zu ihrem jeweiligen Thema sein. Das soll nur heißen, dass ein Video ĂŒber Hegels Dialektik selbst in seinem Text und seinen Bildern dialektisch strukturiert sein muss (ohne dabei an ZugĂ€nglichkeit zu sehr einzubĂŒĂŸen). Das ist nicht nur didaktisch notwendig, sondern sorgt auch dafĂŒr, dass unsere Videos immer frisch und neu sind. Dennoch gibt es eine Einheitlichkeit in der wiederkehrenden allgemeinen Struktur (Köder – Verwicklung – Anstoß).

Das heißt, auf der Textebene mĂŒssen die Videos nicht nur gewissen Grundregeln der Didaktik gerecht werden, sowie dem beschriebenen Spannungsbogen, sondern zugleich mĂŒssen sie strukturell ihrem Inhalt entsprechen.

Das gilt auch fĂŒr die visuelle Erscheinung. Auch sie muss sich natĂŒrlich an die Gesetze der Informationsvermittlung halten, doch kann diese auch strapazieren, wenn notwendig. Der entscheidende Faktor ist, dass die visuelle Welt des Videos (1) die formale Struktur des Inhalts visuell reproduziert und/oder zumindest (2) fĂŒr jedes Thema eine inhaltlich passende visuelle Welt mitbringt. 

Formalistische Ästhetik

Dies fĂŒhrt uns zu den folgenden wesentlichen Merkmalen unserer Videos, die es uns ermöglichen, inhaltlich prĂ€zise zu sein, das Erlebnis des Wow-Moments zu vermitteln und gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Zuschauers bis dahin aufrechtzuerhalten:

ZugÀnglichkeit

Dazu gehören nicht nur ein gut durchdachter und einsteigerfreundlicher Schreibstil und eine optisch ansprechende PrĂ€sentation, spannende Thumbnails und Titel sowie ein nicht konfrontativer Ansatz, der die Offenheit fĂŒr neue Ideen fördert, sondern vor allem eine Verbindung zu einem Problem, einer Frage oder einem Wunsch des Betrachters.

Mystery & Unheimlichkeit

Die Spannungsbögen und die ErzĂ€hlweise verwandeln den Zuschauer eher in einen Detektiv in einem Krimi als in einen gelangweilten SchĂŒler. Das spannende Lösen von RĂ€tseln und die sorgfĂ€ltige Suche nach Hinweisen werden durch eine visuelle Darstellung unterstĂŒtzt, die auf Unheimlichkeit setzt.

Formalistische Ästhetik

Eine „formalistische Ästhetik“, bei der Text und Bilder strukturell dem Inhalt Ă€quivalent sind, sorgt dafĂŒr, dass die Videos zu einem Erlebnis werden, das den Geisteswissenschaften gerecht wird.

Hochwertige Produktion

Mit ansprechender Ă€sthetischer Animation und hochwertigem Sounddesign wecken wir Interesse und begeistern Menschen dafĂŒr, bei uns zu bleiben, was uns in Kombination mit dem folgenden Punkt von der Konkurrenz abhebt.

Akademische FaktizitÀt

Faktisch einwandfrei, ohne irrefĂŒhrende Vereinfachungen oder unpĂ€dagogische Analogien. Durch unseren wissenschaftlichen Ansatz heben wir uns in Kombination mit dem vorherigen Punkt von anderen Angeboten ab.

Proof of Concept

Mit der Gestaltung des YouTube-Kanals „BewegtBild” lieferte Maximilian Kostka in seiner Bachelorarbeit einen klaren Proof of Concept fĂŒr unser Projekt, wenngleich dieser nur einen kleinen Teil unserer AnsprĂŒche und des angestrebten Niveaus der Gestaltung erfĂŒllt. Der Kanal besteht aus deutschen ErklĂ€rvideos zur Kunst- und Philosophiegeschichte. Er erzielte einen durchschlagenden Erfolg: Ein ErklĂ€rvideo zur Hegelschen Dialektik erreichte innerhalb kĂŒrzester Zeit ĂŒber 100.000 Aufrufe.

Die ĂŒberwĂ€ltigende Resonanz – die sich in zahlreichen Kommentaren und einer stetigen Nachfrage nach neuen Videos widerspiegelt – bestĂ€tigt das Potenzial dieses Formats. Seitdem hat der Kanal trotz InaktivitĂ€t beihnah 5.000 Abonnenten gewonnen. Wir bauen mit unseren Videos, die wir auf dem Kanal veröffentlichen werden, auf diesem Publikum auf.

Institutionelle

Form

Hochwertig, zugĂ€nglich, attraktiv aber keine formalistische Ästhetik.

Inhalt

fehlerhaft, unwissenschaftlich, ideologisch und auf einfache Antworten aus.

Diese KanĂ€le fungieren oft als Medienarm großer Institutionen, Denkfabriken oder etablierten Marken. Sie zeichnen sich durch hohe Produktionswerte, polierte Visuals und eine konsistente, professionelle Ästhetik aus. Der Inhalt ist typischerweise sehr gut prĂ€sentiert, neigt jedoch dazu, komplexe Themen zu stark zu vereinfachen und ihnen oft ihre inhĂ€rente SchĂ€rfe und WidersprĂŒche zu nehmen. Diese KanĂ€le sind sehr anfĂ€ngerfreundlich und erzeugen durch ansprechende Bilder Neugier, bieten jedoch fast ausschließlich vereinfachte oder falsche Informationen. Durch ihr professionelles Auftreten scheinen sie Antworten zu geben und regen selten dazu an, wirklich selbst weiterzuforschen. 

Threat

AbhĂ€ngigkeit von Algorithmen und Unvorhersehbarkeit der Klickzahlen: Wachstum und Sichtbarkeit sind stark von den Empfehlungsalgorithmen von YouTube abhĂ€ngig. Änderungen könnten Reichweite und Wachstum negativ beeinflussen. Zudem lĂ€sst sich die Nachfrage (Klicks) trotz Marktanalyse nie mit Sicherheit prognostizieren.

Unvorhergesehene Kosten und finanzielle Risiken: Finanzprognosen könnten durch geringere Einnahmen als erwartet oder unvorhergesehene Ausgaben gefÀhrdet werden (z.B. steigende Outsourcing-Kosten, teurere Softwarelizenzen, QualitÀtsprobleme bei Merch-Anbietern).

Reputationsrisiko und Kontroversen: Bei der Diskussion komplexer, teils politisch aufgeladener geisteswissenschaftlicher Theorien (insbesondere im Kontext von Personas wie Linda oder Vera) besteht das Risiko von Fehlinterpretationen, Gegenreaktionen oder Social-Media-Kontroversen, was die Marke schÀdigen könnte.

Opportunity

LĂŒcke im Premium-E-Learning-Markt (USP): Wir agieren in einem riesigen Wachstumsmarkt. Unser hochwertiger, dokumentarischer Ansatz fĂŒllt eine klare MarktlĂŒcke zwischen unattraktiven, aber korrekten akademischen Inhalten und attraktiven, aber inhaltlich schwachen Videos. Diese einzigartige Kombination zieht ein Publikum aus verschiedenen Nischen an.

Aufbau einer engagierten und monetarisierbaren Community: Der Fokus auf tiefgrĂŒndige Inhalte zieht automatisch ein sehr loyales und engagiertes Nischenpublikum an. Dieses Publikum kann ĂŒber gestaffelte Kanalmitgliedschaften (BOFU), Premium-Merchandise und Kurse effektiver monetarisiert werden als reine Werbeeinnahmen (stabilere Einnahmequelle).

Langlebige Anziehungskraft und passives Einkommen (Evergreen Content): Die zeitlose Natur geisteswissenschaftlicher Themen bedeutet, dass Videos ĂŒber die Jahre hinweg relevant bleiben. Dies schafft eine kontinuierliche Chance fĂŒr passives Einkommen und kompensiert die geringe Upload-Frequenz.

Strategische Plattform-Diversifizierung: Der langfristige Plan, eine eigene E-Learning-Plattform aufzubauen, verringert die AbhÀngigkeit von YouTubes Algorithmen, ermöglicht direkte Einnahmequellen und den Aufbau einer proprietÀren Inhaltsbibliothek.

Weakness

AbhĂ€ngigkeit von SchlĂŒsselpersonen (Single Point of Failure): Der Plan, sich zunĂ€chst vollstĂ€ndig auf interne Ressourcen zu verlassen, senkt das nötige Einstiegskapital, setzt uns GrĂŒnder aber unter Druck. Dies birgt ein Risiko fĂŒr Burnout, eine Minderung der QualitĂ€t und eine einzelne Schwachstelle. Sollte ein GrĂŒnder ausfallen, könnte die Produktion vollstĂ€ndig zum Erliegen kommen.

Begrenzte ProduktionskapazitĂ€t und geringe Upload-Frequenz: Da ein kleines Team alle Kernaufgaben intern erledigt, ist die Produktion auf maximal sechs hochwertige Videos pro Jahr begrenzt. Diese Frequenz, obwohl fĂŒr die QualitĂ€t notwendig und bei KanĂ€len wie Contrapoints oder HbomberGuy effektiv, könnte das anfĂ€ngliche Wachstum auf YouTube verlangsamen.

KomplexitĂ€t vs. Konsistente ZugĂ€nglichkeit: Es besteht die Gefahr, dass die inhĂ€rente KomplexitĂ€t geisteswissenschaftlicher Konzepte die Inhalte fĂŒr das breite Publikum zu abschreckend macht, wodurch das Wachstum auf eine kleinere, intellektuelle Nische beschrĂ€nkt bliebe. Gleichzeitig wĂŒrde eine zu starke Vereinfachung die Marken-AutoritĂ€t untergraben. Dieser Balanceakt muss in jedem Skript und jedem visuellen Konzept neu gemeistert werden, um zu gewĂ€hrleisten, dass die Inhalte fachlich fundiert bleiben, aber dank der didaktischen Struktur und der Mystery-Ästhetik fĂŒr jeden verstĂ€ndlich und fesselnd sind.

Risiko der Zielgruppen-VerwĂ€sserung (Synergie-Ansatz): Der Versuch, eine Synergie aus unterschiedlichen Personas (PrĂŒfungshilfe, True-Crime-Interesse, Ästhetik) zu schaffen, geht gegen gĂ€ngige Best Practices. Dies erfordert eine durchdachte Skriptgestaltung, da die Gefahr besteht, dass der Inhalt letztendlich fĂŒr keine der breiten Zielgruppen den spezifischen Mehrwert mehr bietet.

Strenghts

Einzigartiges und differenziertes Wertversprechen: Der Schwerpunkt liegt auf der Schaffung eines Erlebnisses/Anstoß (unter Verwendung von Spannung/Mystery als Köder und einer formalistischen Ästhetik), nicht nur auf der reinen Informationsvermittlung. Dieses tiefere, unausgesprochene Konzept ist fĂŒr Wettbewerber schwer nachzuahmen. Die Kombination aus fesselnder ErzĂ€hlung und akademisch fundierten, didaktisch klaren Inhalten ermöglicht es uns, die hohe Eintrittsbarriere fĂŒr komplexe geisteswissenschaftliche Themen zu ĂŒberwinden und ein breiteres Publikum anzuziehen (Minderung des Risikos der ÜberkomplexitĂ€t).

Fokus auf hochwertige, „Evergreen“-Inhalte: Wir bauen eine Bibliothek von Inhalten auf, die durch die zeitlose Natur geisteswissenschaftlicher Themen ĂŒber Jahre relevant bleibt. Diese Langlebigkeit sichert einen stetigen Strom an Aufrufen und Einnahmen. Zudem konzentriert sich unsere Design-Strategie darauf, eine einzigartige visuelle IdentitĂ€t fĂŒr jedes Thema zu schaffen, die sich durch den Inhalt begrĂŒndet und nicht aktuellen Trends folgt. Dieser Ansatz macht die Marke unabhĂ€ngig von zyklischen Design-Trends und weniger anfĂ€llig fĂŒr Ă€sthetische Veralterung und Nachahmung (Minderung des Hype-Zyklus-Risikos und Wettbewerbsrisikos).

Expertise und Expertennetzwerk: Die GrĂŒnder verfĂŒgen ĂŒber eine bewĂ€hrte Expertise in Design und Videoproduktion sowie eine tiefe Kenntnis der geisteswissenschaftlichen Nische. DarĂŒber hinaus sichert das etablierte Expertennetzwerk die wissenschaftliche NeutralitĂ€t und fachliche Tiefe der Inhalte. Dies gewĂ€hrleistet eine intensive QualitĂ€tskontrolle und minimiert das Risiko von inhaltlichen Fehlern oder ReputationsschĂ€den durch Kontroversen, was uns einen Vorteil gegenĂŒber Akteuren verschafft, die nur eine dieser Kompetenzen besitzen.

Zielgruppen-Synergie: Unser Ansatz ermöglicht es uns, ohne Inhalte zu verwĂ€ssern, mehrere Zielgruppen (PrĂŒfungshilfe, Ästhetik, True-Crime) und BedĂŒrfnisse zu bedienen (Unterhaltung, Bildung, Persönlichkeitsentwicklung). Dies fĂŒhrt zu einem stĂ€rkeren Wachstum als bei Konkurrenten. Die strategische Nutzung von Mystery und Visuals erzeugt einen starken Treiber zum Dranbleiben und dient als didaktische Struktur, um den Zuschauer schrittweise in die KomplexitĂ€t einzufĂŒhren und die Synergie zu halten.