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Will man ErklĂ€rvideos fĂŒr die Geisteswissenschaften produzieren, mĂŒssen diese nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch die Inspiration, die in geisteswissenschaftlichen Texten steckt. Sie dĂŒrfen nicht nur Inhalte transportieren, sondern mĂŒssen selbst zum Inhalt werden und diesen auf eine Weise erlebbar machen, wie es herkömmliche Videos nicht vermögen. Wir nutzen eine visuelle und textuelle Strategie, um die Form des Denkers/Themas im Video zu bewahren und den Impuls zu vermitteln, wĂ€hrend die Videos zugĂ€nglich bleiben.
Wenn man ErklĂ€rvideos zu geisteswissenschaftlichen Themen erstellen möchte, dĂŒrfen diese nicht nur Fakten vermitteln, sondern auch die in geisteswissenschaftlichen Texten enthaltenen Impulse transportieren.
Wir mussten eine gut durchdachte visuelle und textliche Strategie entwickeln, damit beim KĂŒrzen der Inhalte das Denken der jeweiligen Philosophen nicht auf reine Inhalte reduziert wird, sondern etwas von der Erfahrung erhalten bleibt, die beim Denken in einer bestimmten Form entsteht, sodass der Wow-Moment nicht vollstĂ€ndig verloren geht, der der Philosophie eigen ist.
Um diese Anforderung zu erfĂŒllen, weisen unsere Videos die folgenden Merkmale auf:
korrekte FaktenÂ
die begriffliche Form des jeweiligen Denkers wird auf die Àsthetische Form des Video angewendet
Videos mĂŒssen zugĂ€nglich, ansprechend und neugierig machend bleiben.
Spannungsbogen
Das Wecken der Neugier und die Unterhaltung der Zuschauer, damit sie das Video weiter ansehen, wird durch die folgende narrative Struktur erreicht, der alle unsere Videos folgen. Diese ist inspiriert von Alain Badious Vortrag âWas ist Philosophie?â aus dem Jahr 2010 (S. 76) und stellt auch sicher, dass das Besondere der Philosophie vermittelt wird: Selbstreflexion und ein Moment des Impulses.
Phase I
[Köder]
ZunĂ€chst wecken wir die Neugier mit einem Intro, einem Thumbnail und einem Titel. Diese enthalten das Versprechen, eine Frage/ein Problem zu beantworten und/oder Unterhaltung zu bieten (vergleichbar mit einer âTrue-Crimeâ Story). Wir beginnen also mit konkreten Punkten, die fĂŒr Kunden interessant sind, in Form einer Frage oder eines Problems, das wir zu beantworten versprechen.
Phase II
[Verwicklung]
Angetrieben von ihrem anfĂ€nglichen Interesse/Wunsch lassen sich die Zuschauer langsam in die behutsame, aber zunehmend wissenschaftliche ErlĂ€uterung hineinziehen. Diese Reise erscheint wie ein RĂ€tsel, dessen Lösung âgleich um die Eckeâ zu liegen scheint. In dieser Phase setzen wir auf auditive und visuelle, aber subtile Unheimlichkeit und eine diskret mysteriöse AtmosphĂ€re, wie in einem «Whodunit», um die Spannung zu erhöhen und die emotionale Bindung an die versprochene Antwort zu fördern. Begriffe und Fakten werden hier als Hinweise und Puzzleteile prĂ€sentiert.
Phase III
[AnstoĂ/Wow-Effekt]
Das Video endet mit etwas anderem als in Phase 1 versprochen. Phase 2 hat den Zuschauenden so sehr in ihren Bann gezogen, dass er fast unbemerkt ĂŒber sein ursprĂŒngliches Interesse hinaus in einen ganz neuen Gedankengang hineingeschlĂŒpft ist. Plötzlich erscheint die Frage oder das Problem vom Anfang in einem völlig neuen Licht. Anstatt eine Antwort zu erhalten, verbleibt der Betrachter im Idealfall mit einem Bewusstsein fĂŒr seine anfĂ€ngliche ‚Framing‘ des Problems und fĂŒr den Wunsch, der ihn dazu veranlasst hat, eine Antwort zu suchen.
FĂŒr Shorts/TikToks haben wir einen etwas anderen Spannungsbogen. Um Shorts zu erstellen, die viral gehen, nutzen wir eine einfache FĂŒnf-Punkte-Struktur fĂŒr unsere Geschichten:
I
[Setup]
Wir beginnen mit einem einzigen Satz, der die Ausgangslage und die Spannung der Geschichte oder des jeweiligen Themas festlegt. Wir achten darauf, dass dieser Satz leicht verstÀndlich und sehr direkt ist.
II
[Unerwartetes]
Sofort danach beschreiben wir eine unerwartete oder geradezu lĂ€cherliche Handlung bzw. Twist basierend auf Punkt 1. Dies ist unser âHookâ, um die Zuschauer sofort zu fesseln.
III
[Eskalation]
Im nĂ€chsten Schritt erklĂ€ren wir diese Handlung bzw. Wendung und bauen dabei stetig die Spannung der Geschichte/der Argumentation auf. Wir fĂŒhren die Zuschauer in die Tiefen des Geschehen hinein.
III
[Pointe & CTA]
Wir liefern einen (kleinen) „Wow!“-Moment â eine ĂŒberraschende Wendung, einen Höhepunkt oder eine Pointe â der eine emotionale Reaktion der Zuschauer hervorruft. Eine einfache, kontroverse oder zum Nachdenken anregende Frage steht im Raum, bzw. der Wunsch nach einer weiteren Auflösung, um die Zuschauer zu Kommentaren und Diskussionen anzuregen, aber vor allem dazu das lĂ€ngere Video zu sehen.
Mystery
Der Faktor des Geheimnisvollen ist hier entscheidend. Wir möchten dies nicht nur im ErzÀhlstil, sondern auch im Sounddesign und im visuellen Erscheinungsbild umsetzen. Um dies zu erreichen, setzen wir auf liminal Spaces, POV-Einstellungen, die an Videospiele erinnern, und den bekannten Uncanny-Valley-Effekt. Wir wollen diese unheimlichen Bilder mit 3D-Software wie Blender, Unreal Engine und Unity umsetzen. So könnte Freuds Traumdeutung zu einem Besuch im Albtraum von Irmas Injektion werden oder Hegels Logik zu einem Spaziergang durch die Architektur einer lÀngst verlassenen, jenseitigen Kathedrale statt nur zu einer PowerPoint-Folie.
Mysteriöse und unheimliche Videos â insbesondere Liminal Spaces â sind auf YouTube seit jeher sehr beliebt. Sie geben dem Publikum die Möglichkeit, RĂ€tsel zu lösen und Geheimnisse zu entschlĂŒsseln, was den Zuschauern unmittelbar fesselt und sofort die Aufmerksamkeit packt und die Identifikation befördert, wĂ€hrend gleichzeitig Fakten auf ansprechende Weise vermitteln. Diese Struktur macht unsere Videos nicht nur interessant, sondern vor allem einzigartig.
1. Ein Beispiel fĂŒr die âvisuell passende Weltâ: FĂŒr Heidegger wĂ€re eine âvisuell passende Weltâ z.B. eine Welt, die an Van Goghs Stillleben mit Schuhen erinnert, das er in âDer Ursprung des Kunstwerksâ erwĂ€hnt, angereichert mit den visuellen BezĂŒgen, die er herstellt, aber auch mit Bildern, die den Ton seiner Sprache widerspiegeln â erdige Farbtöne und Texturen, WĂ€lder, einfache bĂ€uerliche GegenstĂ€nde.
2. Ein Beispiel fĂŒr die âstrukturell Ă€quivalente Weltâ: Die Anamorphose ist hierfĂŒr ein passendes Beispiel. Ohne ins Detail zu gehen, lĂ€sst sich sagen, dass dieses PhĂ€nomen vollstĂ€ndig analog zu G.W.F. Hegels Erkenntnistheorie ist (Siehe u.A. Finkelde 2017). Um dies zu veranschaulichen, sollte das Video selbst eine anamorphotische Visualisierung enthalten.
Der beschriebene Spannungsbogen integriert jedoch nur allgemein den AnstoĂ. Jeder Denker, jedes Werk und jedes Thema hat seine eigene, einzigartige Form des AnstoĂes. Daher mĂŒssen unsere Videos in Bezug auf Text, Bildmaterial und Ton strukturell Ă€quivalent zu ihrem jeweiligen Thema sein. Das soll nur heiĂen, dass ein Video ĂŒber Hegels Dialektik selbst in seinem Text und seinen Bildern dialektisch strukturiert sein muss (ohne dabei an ZugĂ€nglichkeit zu sehr einzubĂŒĂen). Das ist nicht nur didaktisch notwendig, sondern sorgt auch dafĂŒr, dass unsere Videos immer frisch und neu sind. Dennoch gibt es eine Einheitlichkeit in der wiederkehrenden allgemeinen Struktur (Köder â Verwicklung â AnstoĂ).
Das heiĂt, auf der Textebene mĂŒssen die Videos nicht nur gewissen Grundregeln der Didaktik gerecht werden, sowie dem beschriebenen Spannungsbogen, sondern zugleich mĂŒssen sie strukturell ihrem Inhalt entsprechen.
Das gilt auch fĂŒr die visuelle Erscheinung. Auch sie muss sich natĂŒrlich an die Gesetze der Informationsvermittlung halten, doch kann diese auch strapazieren, wenn notwendig. Der entscheidende Faktor ist, dass die visuelle Welt des Videos (1) die formale Struktur des Inhalts visuell reproduziert und/oder zumindest (2) fĂŒr jedes Thema eine inhaltlich passende visuelle Welt mitbringt.Â
Formalistische Ăsthetik
Dies fĂŒhrt uns zu den folgenden wesentlichen Merkmalen unserer Videos, die es uns ermöglichen, inhaltlich prĂ€zise zu sein, das Erlebnis des Wow-Moments zu vermitteln und gleichzeitig die Aufmerksamkeit des Zuschauers bis dahin aufrechtzuerhalten:
ZugÀnglichkeit
Dazu gehören nicht nur ein gut durchdachter und einsteigerfreundlicher Schreibstil und eine optisch ansprechende PrĂ€sentation, spannende Thumbnails und Titel sowie ein nicht konfrontativer Ansatz, der die Offenheit fĂŒr neue Ideen fördert, sondern vor allem eine Verbindung zu einem Problem, einer Frage oder einem Wunsch des Betrachters.
Mystery & Unheimlichkeit
Die Spannungsbögen und die ErzĂ€hlweise verwandeln den Zuschauer eher in einen Detektiv in einem Krimi als in einen gelangweilten SchĂŒler. Das spannende Lösen von RĂ€tseln und die sorgfĂ€ltige Suche nach Hinweisen werden durch eine visuelle Darstellung unterstĂŒtzt, die auf Unheimlichkeit setzt.
Formalistische Ăsthetik
Eine âformalistische Ăsthetikâ, bei der Text und Bilder strukturell dem Inhalt Ă€quivalent sind, sorgt dafĂŒr, dass die Videos zu einem Erlebnis werden, das den Geisteswissenschaften gerecht wird.
Hochwertige Produktion
Mit ansprechender Ă€sthetischer Animation und hochwertigem Sounddesign wecken wir Interesse und begeistern Menschen dafĂŒr, bei uns zu bleiben, was uns in Kombination mit dem folgenden Punkt von der Konkurrenz abhebt.
Akademische FaktizitÀt
Faktisch einwandfrei, ohne irrefĂŒhrende Vereinfachungen oder unpĂ€dagogische Analogien. Durch unseren wissenschaftlichen Ansatz heben wir uns in Kombination mit dem vorherigen Punkt von anderen Angeboten ab.
Proof of Concept
Mit der Gestaltung des YouTube-Kanals âBewegtBildâ lieferte Maximilian Kostka in seiner Bachelorarbeit einen klaren Proof of Concept fĂŒr unser Projekt, wenngleich dieser nur einen kleinen Teil unserer AnsprĂŒche und des angestrebten Niveaus der Gestaltung erfĂŒllt. Der Kanal besteht aus deutschen ErklĂ€rvideos zur Kunst- und Philosophiegeschichte. Er erzielte einen durchschlagenden Erfolg: Ein ErklĂ€rvideo zur Hegelschen Dialektik erreichte innerhalb kĂŒrzester Zeit ĂŒber 100.000 Aufrufe.
Die ĂŒberwĂ€ltigende Resonanz â die sich in zahlreichen Kommentaren und einer stetigen Nachfrage nach neuen Videos widerspiegelt â bestĂ€tigt das Potenzial dieses Formats. Seitdem hat der Kanal trotz InaktivitĂ€t beihnah 5.000 Abonnenten gewonnen. Wir bauen mit unseren Videos, die wir auf dem Kanal veröffentlichen werden, auf diesem Publikum auf.