Das Problem geistes-
wissenschaftlicher Erklärvideos

Die Produktion von Erklärvideos ist heute einfacher denn je (nicht zuletzt dank KI), aber sie sachlich korrekt, visuell ansprechend, angemessen und unterhaltsam zu gestalten, ist nicht so einfach. Dies gilt für jedes Thema, wird jedoch in den Geisteswissenschaften noch komplizierter, wo die Form der Präsentation sorgfältig überlegt und medientheoretische Überlegungen berücksichtigt werden müssen.

1. Definition des Erklärvideos

Ein Erklärvideo kombiniert in den meisten Fällen eine geskriptete Erzählung mit visuellen Hilfsmitteln, entweder in Form einer Demonstration oder einer grafischen Illustration. Wenn wir Findeisen, Horn & Seifried (2019) mit denen von Wolf (2015) zu diesem Thema zusammenfassen, können wir das typische Erklärvideo wie folgt definieren:

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Erklärvideos sind als Videos charakterisiert und unterscheiden sich von anderen Formaten durch die folgenden Kriterien:

a. Sie sind kostengünstig selbst produziert.

b. Sie sind kostenlos verfügbar.

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Erklärvideos werden erstellt, um Inhalte, Konzepte und Zusammenhänge zu erklären. Erklärung wird dabei wie folgt definiert:

a. Es ist eine Interaktion zwischen einem Erklärenden und mindestens einem Zuhörer.

b. Es thematisiert Inhalte, die den Zuhörern unbekannt sind, wobei der Erklärende einen Wissensvorsprung (Wissensasymmetrie) hat.

Zu den sehr beliebten YouTube-Kanälen, die ausschließlich Erklärvideos produzieren, gehören: 1Blue3Brown, Crash Course, Veritasium, Ted Ed und in deutschsprachigen Ländern der bekannte Kanal Simple Club. Alle diese Kanäle verwenden Illustrationen mit Voice-over-Kommentaren, während einige, wie beispielsweise Veritasium, einen Sprecher vor der Kamera einsetzen, der manchmal durch Filmmaterial zum Thema oder Infografiken unterbrochen wird, mit denen er auch interagiert. Andere Ansätze stützen sich auf einfache Illustrationen, die mit PowerPoint-Folien vergleichbar sind, während wieder andere, wie beispielsweise Lets Talk Religion, eher an einen kurzen Vortrag erinnern. 

Allen gemeinsam ist, dass das Videoformat selbst nur als neutrales Medium fungiert, das dazu dient, das Verständnis zu erleichtern oder die Aufmerksamkeit des Betrachters durch eine vereinfachte Darstellung der Infromationen zu halten. Ein darüber hinausgehender reflexiver Umgang mit dem Medium ist bislang noch nicht gefunden worden. Man könnte von einer Formvergessenheit sprechen.

Erklärvideos werden zu zwei Hauptzwecken produziert: Bildung oder Werbung. Beide funktionieren unter der Annahme, dass das Publikum das Video mit der Gewissheit verlässt, dass es verstanden hat. Aus diesem Grund ergänzt Karsten Wolf (2015):

„Es gibt (noch?) keine ausgeprägte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Erklärfilm/-video. Die Mehrzahl der Erklärvideos und insbesondere der Video-Tutorials sind vielmehr überwiegend unkünstlerisch. Sie fokussieren auf das intentionale Beantworten von Fragen; das Enigmatische der Kunst dagegen steht nicht im Mittelpunkt.“

2. Illusion des Verstehens

Unabhängig vom Thema ist es eine Herausforderung bei Erklärvideos, ein Gleichgewicht zwischen pädagogischer Genauigkeit und ästhetischer Anziehungskraft zu finden. Die meisten Erklärvideos konzentrieren sich stark darauf, klare und prägnante Informationen zu vermitteln, vernachlässigen jedoch oft die Designelemente, die das Seherlebnis für die Zuschauer verbessern könnten. Dies kann wiederum zu Missverständnissen führen, insbesondere aufgrund des Designstils. Das Problem, auf das Forscher hier hinweisen, hängt mit der unreflektierten Nutzung des Mediums durch Videoproduzenten zusammen. Kulgemeyer (2018) weist in seiner Forschungsübersicht darauf hin:

Diese Illusion ist besonders verbreitet in Videos, die visuelle Hilfsmittel verwenden, welche ein irreführendes Gefühl von Verständnis erzeugen können. Untersuchungen von Salomon (1984) und Lowe (2003)  haben gezeigt, dass grafische Animationen und bewegte Bilder die Aufmerksamkeit der Lernenden auf ein allzu intuitives Verständnis lenken können, was diese Illusion weiter verstärkt.

Animationen können die Aufmerksamkeit auf irrelevante Details lenken können, was ein intuitives, aber oberflächliches oder Verständnis fördert, also eine Illusion des Verstehens ("illusion of understanding")

Lernende verwechseln oft ihr Gefühl der Wirksamkeit mit ihrem tatsächlichen Verständnis: „Lernende treffen möglicherweise ungenaue Urteile über ihr Verständnis, wenn Bilder vorhanden sind.

Wiley argumentiert, dass Bilder zuschauer davon abhalten, wichtige Informationen gründlich zu verarbeiten, der sogenannte „Verführungseffekte“ („seduction effect“).

Eine Studie ergab, dass sowohl repräsentative Animationen als auch direktive Animationen eine Illusion des Verstehens hervorriefen, die je nach Kompetenz der Lernenden variierte.

Alle Forschenden sind sich einig, dass Erklärvideos aufgrund ihres audiovisuellen Charakters ein äußerst effektives Lernmedium sein können, jedoch nur, wenn ihre Form und Gestaltung sehr sorgfältig durchdacht sind, da sie sonst kontraproduktiv sein können.

3. Die Besonderheit der Geisteswissenschaften

Wir sind der Überzeugung: dieses Problem der Gestaltung ist in den Geisteswissenschaften noch viel akuter, als es in den Naturwissenschaften der Fall ist. Akademische Genauigkeit bedeutet hier nämlich viel mehr als nur die korrekte Wiedergabe von Fakten. Die Geisteswissenschaften sind keine Ansammlung von Fakten, denn ihr Gegenstand lässt sich nicht als Inhalt erfassen, da er die Form des Denkens betrifft. Das bedeutet auch, dass die Medien des Lernens nicht als neutrale Behälter verstanden werden können, die nur den Gesetzen der Didaktik gehorchen müssen.

Kurz: Man kann Hegel nicht zusammenfassen. Denn das Lesen und Studieren seiner Werke ist vor allem eine transformative Erfahrung des Denkens. Diese ergibt sich aus der Art und Weise, wie sie geschrieben sind.

Die Form der Texte und auch ihre (Fach-)Begriffe entführen den Leser in ganz neue gedankliche Gefilde. Der Professor für  Praktische Philosophie an der Universität Rostock – bekannt für Kant für die Hand – , welcher viel über die Frage einer der Philosophie gerechten Didaktik geforscht hat und an dem wir uns mit dieser These teils orientieren, Hanno Depner spricht von Nicht-Diskursivität in der Philosophie.

Die Tatsache, dass es die Form des Denkens ist, die vermittelt werden muss, und nicht der Inhalt, ist auch der Grund, warum so viele Philosophen eine sehr eigenartige und scheinbar indirekte Art haben, ihre Philosophie zu vermitteln. Es gibt einen einfachen Grund dafür, warum die platonischen Dialoge Dialoge sind: Nicht nur, weil dies ein gängiger Stil war, sondern auch, weil Sokrates durch seine Methode im Dialog – ἔλεγχος – den Adressaten (Leser und Gesprächspartner) in eine bestimmte Dynamik versetzt und ihn so zur Wahrheit führt, die sonst nur durch Μανίαι erreicht werden könnte:

SOKRATES: O Spaßmacher,  hast du wohl niemals gehört, dass ich der Sohn einer Hebamme bin, einer sehr berühmten und ehrwürdigen, der Phainarete?  […]

Ja auch hierin geht es mir eben wie den Hebammen: ich verhelfe zur Geburt nicht aus Weisheit, und was mir bereits viele vorgeworfen, dass ich andere zwar fragte, selbst aber nichts über irgendetwas antwortete, weil ich nämlich nichts Kluges wüsste zu antworten, darin haben sie recht. Die Ursache davon aber ist diese: Geburtshilfe leisten nötigt mich der Gott, erzeugen aber hat er mir verwehrt. Daher bin ich selbst keineswegs etwa weise, habe auch nichts dergleichen aufzuzeigen als von meinem Verstand erzeugt und geboren.

Noch deutlicher wird es im Falle des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacans, bei welchem der eigentliche Inhalt der Lehre – die Insistenz des Begehrens in der Kette des Signifikanten – selbst zu dem wird, was seine Zuhörer im Seminar (und heute Leser) direkt erleben:

“[…] I would say that it is with a deliberate […], intention that I pursue this discourse in such a way as to offer you the opportunity to not quite understand. […] [I]f I were to try to make myself very easily understood, so that you were completely certain that you followed, then according to my premises concerning interhuman discourse the misunderstanding would be irremediable.”

„[T]he only genuine teaching is one which succeeds in awakening an insistence in those who are listening, this desire to know […].”

Dasselbe gilt für Hegel, der im Vorwort seiner Phänomenologie schreibt:

Das Bedürfnis, das Absolute als Subjekt vorzustellen, bediente sich der Sätze: Gott  ist das Ewige, oder die moralische Weltordnung oder die Liebe usf. In solchen Sätzen ist das Wahre nur geradezu als Subjekt gesetzt, nicht aber als die Bewegung des sich In-sich-selbst-reflektierens dargestellt. […] Das Wahre [ist] nur als System wirklich. […] Dies Werden der Wissenschaft überhaupt, oder des Wissens, ist es, was diese Phänomenologie des Geistes, als der erste Teil des Systems derselben, darstellt. Das Wissen, wie es zuerst ist, oder der unmittelbare Geist ist das Geistlose, oder ist das sinnliche Bewußtsein. Um zum eigentlichen Wissen zu werden, oder das Element der Wissenschaft, was ihr reiner Begriff ist, zu erzeugen, hat er durch einen langen Weg sich hindurchzuarbeiten.

Der Moment, in dem die Philosophie durch ihre begriffliche Form eine neue Denkweise eröffnet, ist das, was man als „Wow-Moment“ bezeichnen könnte, in dem man sich sagt: „Wow, so habe ich das noch nie gesehen.“ Plötzlich erscheint ein Problem aus einer völlig neuen Perspektive, und von dort aus kann man im Idealfall über die alte Denkweise nachdenken, die das Problem zuvor gerahmt hatte.

Plötzlich erscheinen gewisse Probleme in einem ganz neuen Licht; plötzlich hat man eine ganz neue Vorstellung von einer Situation. Das bedeutet keineswegs, dass man nun eine finale Antwort hat, vielmehr hat man eine neue und möglicherweise effektivere Herangehensweise zu fragen; es ist eine Anregung zu handeln; auf neue Weise zu fragen und zu forschen. 

Der slowenische Philosoph Slavoj Zizek sagt es wie folgt:

Der französische Philosoph Alain Badiou betont ebenfalls, dass die Form des Denkens und ihre Transformation für die Philosophie wesentlicher sind als bestimmte Inhalte, und erklärt mit seinen eigenen Worten, warum.

The question of philosophy is the question of creating a new desire – it’s not just to give answers to some problems (…). This is the case not only in a class, but also when you read the book of philosophy. If you really read a book of philosophy, that is, if your reading is of a philosophical nature, it’s not to learn what there is in the book – naturally, very often it’s the case, because you have exams and so on, and you must learn something, and you read the book, and ‚oh yeah, it’s a horrible book, it’s very difficult, and abstract, and so on‘ but all that is not of a philosophical nature, it is of an academic nature. What is of a philosophical nature when you read the book is also to open a new desire. And so, it is also something like a subjective transformation. This is the point. The question of philosophy is not a new knowledge, but a new desire. It’s true from Plato to today – it is not a new idea.

Warum ist gerade dieser formale und transformative Aspekt für die Philosophie nicht wegzudenken? Eben weil die Philosophie sich selbst, ihre eigene Form ständig hinterfragt. Die Philosophie ist die einzige Wissenschaft, die eine selbstreflexive Beziehung zu sich selbst hat. Das Resultat davon ist, dass aufgrund dieser Distanz zu sich selbst, sie niemals eine abgeschlossene Disziplin, sondern vielmehr eine Reihe von Brüchen. Sie hat eine innere Offenheit.

 

[T]he opening of philosophy is precisely that in philosophy we have the question of philosophy. Philosophy does not begin by ‚I know what philosophy is, and, okay, I go‘. No. Philosophy always begins by a question, it begins by the question ‘what is philosophy’. This is why the question of Socrates is ‘what is philosophy’, explicitly […]. And so philosophy by itself is already the affirmation of the possibility of something else. The continuation of philosophy, therefore, is not conservative, it cannot be conservative, the history of philosophy cannot be of the form of the continuation of a philosophy […]. Maybe we could even say that what continues is the question… the problem of philosophy. The history of philosophy is not a history of continuity but a history of ruptures, the history of philosophy is a succession of ruptures. And the beginning itself is never the same – the beginning of Aristotle is not the beginning of Plato, and so on.

Es ist diese Eigenschaft der Philosophie, sich immer wieder selbst zu hinterfragen und sich so immer wieder auf die Form ihres eigenen Denkens zuzubewegen, die dazu führt, dass sie niemals eine endgültige Antwort parat hat, sondern ständig Offenheit erzeugt. Diese Offenheit kann im Sinne Fichtes ein Anstoß sein, etwas, über das man stolpert, das aber gleichzeitig eine neue Bewegung auslöst, als das, was Badiou „new desire“ nennt.

4. Ein Erklärvideo, das den Geisteswissenschaften gerecht wird

Wenn wir diese Besonderheit der Geisteswissenschaften berücksichtigen und ein Erklärvideo auf dieser Grundlage erstellen möchten, folgt daraus, dass dieses Erklärvideo Designelemente auf ganz besondere und bewusste Weise einsetzen muss. Das würde bedeuten, dass das Erklärvideo näher an die Kunst rücken müsste.

Normalerweise wird Philosophie von der Kunst darin unterschieden, dass Kunst, um Hegel zu paraphrasieren, die Manifestation der Idee in sinnlicher Form ist. Bei der Philsophie handelt es sich hingegen um einen reinen Begriff. Kunst denkt nicht begrifflich, sondern nur sinnlich (sozusagen indirekt). Philosophie ist in und für sich selbst, Begriff als Begriff. Natürlich hat sie auch eine zeitliche und räumliche Form, wie beispielsweise Hegels spekulativer Satz. Wenn wir der Erläuterung von Begriffen nun noch eine sinnliche audio-visuell Form hinzufügen, müssen wir berücksichtigen, dass diese, wie in der Kunst, die Form des Begriffs 1:1 reproduzieren muss. Nur so kann der eigentliche philosophische Aspekt der Philosophie – ihre begriffliche Form – in einem Erklärvideo erhalten bleiben, welches damit eine künstlerische Qualität erhält.

Ein Erklärvideo über Philosophie muss diese beiden Modi des Geistes miteinander verbinden: begriffliches Denken, aber in einer sinnlichen Form wie der Kunst. Beide Seiten müssen in völliger Übereinstimmung sein, nur eine sinnlich und die andere begrifflich. Auf diese Weise werden Missverständnisse (die Illusion des Verstehens) vermieden, die Form des Denkens der Philosophie bleibt erhalten, und die Form des Videos wird nicht als neutrales Illustrationsmittel für einen vermeintlich reinen Inhalt dieser Wissenschaft missbraucht.

Wir behaupten weiter, dass dieses eigentümliche Zwischenmedium einen kritischen Punkt in Hegels System lösen könnte. Wie bereits erwähnt, ist die Philosophie bildlich gesprochen „näher“ am Geist (eigentlich an sich selbst), weil sie alles Sinnliche abgelehnt hat. Der Geist erscheint in der Kunst nur sinnlich (visuell, auditiv), wo kurz gesagt die Gefahr besteht, dass das Sinnliche als wesentlich missverstanden wird, obwohl es in diesem Sinne für den Geist nicht wesentlich ist.

Wir sind jedoch überzeugt, dass rein begriffliches Denken in der Philosophie eine ähnliche Gefahr birgt: nämlich dass es so erscheint, als sei das Subjekt nicht beteiligt, als sei das Subjekt (z. B. der Student) nicht mit dem Begriff gemeint. Im Sinne Hegels wäre dies ein Problem, da das Subjekt im radikalsten Sinne Geist ist. Die Sinnlichkeit der Kunst wird genau deshalb missverstanden, weil man notwendigerweise das Gefühl hat, darin gemeint zu sein – beispielsweise wenn man sich mit einer Figur im Theater identifiziert. Das Subjekt scheint von einer solchen Figur direkt angesprochen zu werden; das Subjekt ist von der Kunst gemeint. Das einzige Problem dabei ist, dass aus der Perspektive des Geistes die Figur in ihrem sinnlichen Sein nicht der wesentliche Aspekt ist. Wenn Sinnlichkeit aus der Philosophie ausgeschlossen wird, besteht die Gefahr, dass das gegenteilige Missverständnis entsteht: Nun scheint der Begriff wesentlich zu sein, aber als etwas, das völlig vom Subjekt getrennt ist und es nicht in seinem Sein adressiert. Das Erklärvideo würde die Möglichkeit bieten, diese Lücke zu schließen.

Vielleicht ist es diese Gefahr, die das Erklärvideo 200 Jahre später adressiert, die das sogenannte „älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus“ – ein unvollständiger Text aus dem Jahr 1796 oder 1797, dessen Verfasser unbekannt ist, der aber in Georg Wilhelm Friedrich Hegels Handschrift erhalten geblieben ist – unterstreichen wollte.

Der Philosoph muß eben so viel ästhetische Kraft besizen,  als der Dichter, die Menschen ohne ästhetischen Sinn sind unsre BuchstabenPhilosophen. Die Philosophie des Geistes ist eine ästhetische Philosophie. Man kan in nichts geistreich seyn selbst über Geschichte kan man nicht geistreich raisonniren – ohne ästhetischen Sinn. Hier soll offenbar werden, woran es eigentlich den Menschen fehlt, die keine Ideen verstehen, – und treuherzig genug gestehen, daß ihnen alles dunkel ist, sobald es über Tabellen und Register hinausgeht.

5. Konsquenzen für die Erstellung von Erklärvideos

Nun stellt sich allerdings die Frage: Was bedeutet es, gemeint zu sein? Warum fühlt man sich in der Kunst eher gemeint als in der Philosophie? Diese Frage zu beantworten, bedeutet zugleich, die Frage zu beantworten, wie eine 1:1-Reproduktion der Form der Philosophie in die sinnliche Form des Erklärvideos genau aussehen müsste.

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Philosophie verlassen und einen Blick in die Psychoanalyse werfen. Der französische Psychoanalytiker Jacques Lacan problematisiert das Verhältnis von „l’énonciation” (Äußerung) – also der Wörtlichkeit, mit der etwas gesagt wird – und „l’énoncé” (Aussage), dem Inhalt, der ausgedrückt werden soll. Durch diese Unterscheidung wird die Beziehung von Form und Inhalt komplexer, denn Lacan will damit zum Ausdruck bringen, dass Worte oft sehr viel mehr sagen, als wir sagen wollen. Warum? Weil das Subjekt, die Psyche und ihre Inhalte erst durch eine konstitutive Verdrängung, die sogenannte Urverdrängung, entstehen. Verkürzt könnte man sagen: Zeichenprozesse und Gedanken existieren nur durch Verdrängung. Das bedeutet auch, dass der verdrängte Inhalt nicht vor der Verdrängung existiert, sondern erst durch den Verdrängungsprozess rückwirkend konstituiert wird. Daraus folgt: „Durch verschiedene Formen der Negation oder Verschleierung (Verdichtung, Verschiebung, Verneinung, Verleugnung …) gelingt es dem Verdrängten, in die öffentliche, bewusste Rede einzudringen und darin einen Widerhall zu finden.” Das heißt auch: Wir können das Verdrängte nicht direkt ausdrücken, sondern immer nur indirekt in Form von Verzerrungen. Die Worte, wie sie gesagt werden, und ihre Form sind der Ort, an dem das erscheint, was inhaltlich fehlt. Etwas, von dem man vielleicht gar nicht weiß, dass es fehlt.

Will man […] das »Ganze« des Inhalts wiedergeben, so muss man daher über den expliziten narrativen Inhalt hinausgehen und diejenigen formalen Merkmale mit einschließen, die als Stellvertreter für den »verdrängten« Aspekt des Inhalts dienen.

Ein sehr bekanntes und anschauliches Beispiel findet sich in Freuds Traumdeutung. Eine Patientin wollte ihren Traum zunächst nicht erzählen, da er ihrer Meinung nach „so undeutlich und verworren“ war. Freud legt in seiner Deutung den Fokus genau auf diesen Aspekt des Traums.

Die Zusammenstellung dieses Traumes mit ihren Einfällen in der Sitzung ergab als unzweifelhaft, daß es sich um die ziemlich alltägliche Geschichte eines Dienstmädchens handle, welches bekennen mußte, daß sie ein Kind erwarte, und nun Zweifel zu hören bekomme, ,wer eigentlich der Vater (des Kindes) sei’. Die Unklarheit, die der Traum zeigte, war also auch hier ein Stück aus dem traumerregenden Material. Ein Stück dieses Inhalts war in der Form des Traumes dargestellt worden. Die Form des Traumes oder des Träumens wird in ganz überraschender Häufigkeit zur Darstellung des verdeckten Inhaltes verwendet.

Daraus folgt: Wenn man die Form einer Philosophie in einem Erklärvideo darstellen möchte, bedeutet das nicht nur, dass das Ausgesagte der Philosophie gezeigt wird – das wäre eine Illustration –, sondern dass auch das, was sie mehr sagt, als sie meint oder weiß, audiovisuell dargestellt wird. Das ist vergleichbar mit Walter Benjamins Übersetzungstheorie. Dieser erklärt im Vorwort zu seiner Übersetzung von Baudelaires Tableaux Parisiens, dass die Aufgabe des Übersetzers nicht darin besteht, den Inhalt eines Gedichts aus der Originalsprache in die Zielsprache zu übertragen. Denn das Wesentliche sei nicht die Vermittlung eines Inhalts, sondern eines „Nicht-Mitteilbaren”. Dieses „Nicht-Mitteilbare” ist unübersetzbar, da es spezifisch für die „Art des Meinens” einer Sprache ist. Es hängt mit der spezifischen Art und Weise zusammen, in der die „Art des Meinens” jeder Sprache ihr Objekt nicht vollständig bezeichnen kann. Eine wahrheitsgetreue Übersetzung ist demnach eine wörtliche Wiedergabe der Syntax von Sprache A in Sprache B.

[Die wahre Übersetzung] vermag vor allem Wörtlichkeit in der übertragung der Syntax und gerade sie erweist das Wort, nicht den Satz als das Urelement des übersetzers. Denn der Satz ist die Mauer vor der Sprache des Originals, Wörtlichkeit die Arkade.

Das sieht dann nicht so aus, dass „das indische, griechische, englische verdeutsch[t]“ wird, sondern „das deutsche […] verindisch[t] vergriechisch[t] verenglisch[t]“ wird. Das bedeutet für die 1:1-Übersetzung der Philosophie in ein Erklärvideo, das zu audio-visualisieren, was die Philosophie mehr sagt, als sie meint. Ihre Art des Meinens trägt auch etwas Nicht-Mitteilbares in sich und genau das muss audiovisuell dargestellt werden. Ein Erklärvideo, das der Philosophie gerecht wird, verlangt also immer einen interpretativen Akt: das Verdrängte in der Äußerung des jeweiligen Philosophen darzustellen, das im eigentlich gesprochenen Inhalt nicht erklärt oder aufgegriffen wird. Es muss dann auch im Video ungesagt bleiben, so wie es im Original auch ist. Das ist die eigentliche Herausforderung, daran die philosophische Erfahrung der Philosophie im Erklärvideo zu bewahren.

Warum führt das dazu, dass man sich wieder stärker durch die Philosophie als Subjekt angesprochen fühlt? Hier stoßen wir erneut auf die Verbindung von Philosophie und Kunst. Lacan bezeichnet das Urverdrängte, das sich nur in der Äußerung zeigt, als das Ding – in Anlehnung an eine Passage Freuds. In seinem Seminar „Die Ethik der Psychoanalyse” thematisiert Lacan die Rolle des Dings in Philosophie, Religion und Kunst, die allesamt versuchen, mit der Leere umzugehen, die dieses Ding zurücklässt.

Alle Kunst zeichnet sich durch eine bestimmte Art der Organisation um diese Leere herum aus […]. Religion in all ihren Formen besteht darin, diese Leere zu vermeiden […]. Ein Ausdruck wie „diese Leere respektieren” geht vielleicht weiter. In jedem Fall bleibt die Leere im Zentrum, und genau deshalb kommt es zur Sublimierung. Was unseren dritten Begriff betrifft, den Diskurs der Wissenschaft, so [hat Unglaube] seinen Ursprung in unserer Tradition im Diskurs der Weisheit oder der Philosophie. [Unglaube ist] genau in Bezug auf das Ding zu verstehen – das Ding wird im eigentlichen Sinne von Verwerfung abgelehnt oder ausgeschlossen. So wie es in der Kunst eine Verdrängung des Dinges gibt und in der Religion wahrscheinlich eine Verschiebung, so handelt es sich im Diskurs der Wissenschaft streng genommen um eine Verwerfung. Der Diskurs der Wissenschaft lehnt die Präsenz des Dinges ab, soweit aus seiner Sicht das Ideal des absoluten Wissens angestrebt wird, also etwas, das das Ding postuliert, ohne es zu beachten.

Der Begriff „Verwerfung” charakterisiert in der Psychoanalyse die Psychose. Dabei wird die Urverdrängung so stark abgelehnt, dass sie gar nicht erst als solche integriert wird. Freud fasste es 1894 als Abkehr nicht nur von einer Vorstellung, sondern auch von dem dazugehörigen Affekt, der sonst auf andere Vorstellungen verschoben würde. Das Verdrängte kehrt nicht in Form von Zeichenprozessen, sondern im Realen in Form von Halluzinationen zurück.

Schon Freud zieht diese Parallele zwischen der Psychose und der Philosophie in Totem und Tabu:

Die Neurosen zeigen einerseits auffällige und tiefreichende Übereinstimmungen mit den großen sozialen Produktionen der Kunst, der Religion und der Philosophie, anderseits erscheinen sie wie Verzerrungen derselben. Man könnte den Ausspruch wagen, eine Hysterie sei ein Zerrbild einer Kunstschöpfung, eine Zwangsneurose ein Zerrbild einer Religion, ein paranoischer Wahn ein Zerrbild eines philosophischen Systems.

Wie Lacan andeutet, ist dies die Folge des Versuchs von „Absoluten Wissens“, also des Versuches, alles sagen zu wollen, was viel stärker ist als Verdrängung. Alles anzusprechen bedeutet, das eigentlich Fehlende noch mehr zu verlieren. Denn es lässt sich ja nur indirekt sagen. Laut Lacan besteht in der Wissenschaft so eine totale Abkehr davon, dass etwas ungesagt bleibt. Was die Kunst in dieser Hinsicht hingegen auszeichnet, ist eine Gewissheit über das Ungewisse. In der Kunst ist etwas ausgesprochen unausgesprochen. Die Kunst drückt in ihrer Ausdrucksweise (Sinnlichkeit) etwas aus, von dem sie nichts weiß und auch nicht vorgibt, etwas zu wissen, was aber dennoch als solches explizit ausgedrückt wird – gewusst ungewusst da ist. Wie in Hegel die Idee sinnlich, aber doch unbegriffen präsent ist.

Wir behaupten, dass es genau dieses gewusst Ungewusste, dieses ausgesprochen Unausgesprochene ist, das den Menschen rührt, wenn er Kunst begegnet, und wodurch er sich angesprochen fühlt. Wenn die Philosophie versucht, alles auszusprechen, fällt sie laut Lacan mit der Wissenschaft zusammen. In ihr besteht, wie in der Wissenschaft, die Tendenz, alles Ungewisse gewiss und alles Unausgesprochene ausgesprochen zu machen. In der Philosophie soll etwas direkt angesteuert werden, das sich aus Sicht der Psychoanalyse jedoch nur indirekt ausdrücken lässt. Das führt dann natürlich zur Entwicklung der Philosophie. 

Wenn es in der Kunst wirklich das Indirekte, die Gewissheit von etwas Ungewissem ist, das uns als Subjekte anspricht und uns das Gefühl gibt, gemeint zu sein, so ist es in der Philosophie die Tendenz zur Verwerfung, die eben dieses „Gemeintsein” erschwert.

Wenn wir jedoch sagen, dass eine 1:1-Übersetzung der Philosophie ins Audiovisuelle das seh- und hörbar macht, was die jeweilige Philosophie verdrängt – also das, was sie mehr sagt, als sie glaubt, Zu sagen –, dann rücken wir das Erklärvideo näher an die Kunst im psychoanalytischen Sinne. Dadurch wird ermöglicht, dass man sich, wie in der Kunst, wieder als Subjekt angesprochen fühlt. Wir fügen der psychotischen Verwerfung der Philosophie, die Lacan als Anti-Philosoph vielleicht etwas zu stark betont, die Halluzination hinzu, in der im Audiovisuellen das Verworfene wiederkehrt – das „unknown known” der jeweiligen Philosophie.

Nicht durch Inhalte, sondern dadurch, dass sie etwas mit sich bringen, das ihnen zwar eigen, aber dennoch fremd ist. Hieraus lässt sich eine ästhetische Weisung für jedes Erklärvideo ableiten, das der Philosophie gerecht werden soll: Trifft das Gesagte zu, muss die audiovisuelle Präsentation ebenso die Qualität des Bekannten und doch Fremden aufweisen. Es ist diese Qualität, die Freud treffend mit dem Begriff des Unheimlichen benennt.

Erstens: Wenn die psychoanalytische Theorie mit der Behauptung recht hat, dass jeder Affekt, gleichgültig von welcher Art, durch Verdrängung in Angst verwandelt wird, so muss es unter den Fällen der Angst eine Gruppe geben, bei der sich zeigen lässt, dass die Angst etwas Wiederkehrendes, Verdrängtes ist. Diese Art des Ängstlichen wäre eben das Unheimliche, wobei es gleichgültig ist, ob es ursprünglich selbst ängstlich war oder von einem anderen Affekt getragen wurde. Zweitens: Wenn dies wirklich die geheime Natur des Unheimlichen ist, so verstehen wir, dass der Sprachgebrauch das Heimliche in seinen Gegensatz, das Unheimliche, übergehen lässt. Denn das Unheimliche ist wirklich nichts Neues oder Fremdes, sondern etwas, das dem Seelenleben von alters her vertraut ist und ihm nur durch den Prozess der Verdrängung entfremdet wurde. […] Das Unheimliche ist also […] das ehemals Heimische, Altvertraute. Die Vorsilbe ‚un‘ an diesem Wort ist aber die Marke der Verdrängung.

Für uns ist klar: Es ist unmöglich, ein Erklärvideo über Geisteswissenschaften naiv zu erstellen. Über die einfache „Illusion des Verstehens“ hinaus hat Philosophie etwas Erfahrungsbezogenes, das mit der Form ihrer Äußerung zusammenhängt – etwas, das sogar über das Verstehen hinausgeht. Damit ein Erklärvideo seinem Thema gerecht wird, muss es diese Illusion des Verstehens vermeiden, indem es eine zu naive Form der Erklärung vermeidet – um auf die Unterscheidung zwischen ihr und dem Verstehen zu verweisen, die Lacan in Seminar III herausarbeitet. Aber das ist nur ein Ausgangspunkt. Wir hoffen, durch unsere Videos praktisch zu testen, zu experimentieren, widerlegt zu werden oder einfach auf die formulierte Idee hinzuarbeiten. Wir wollen also auf der Grundlage von Mut arbeiten – dem Mut, den Kant in seiner Definition der Aufklärung beschreibt. Das heißt, eine Form zu definieren, während man sie entdeckt (Ruda, 2024). Denn während wir diese These durch die Praxis auswerten und erweitern, wollen wir vor allem einen Raum und ein neues Format für die Philosophie in einer Welt schaffen, die ihren klassischen Institutionen zunehmend feindlich gegenübersteht und zunehmend audiovisuell wird.

Bozkir & Kostka

03.01.2026

Threat

Abhängigkeit von Algorithmen und Unvorhersehbarkeit der Klickzahlen: Wachstum und Sichtbarkeit sind stark von den Empfehlungsalgorithmen von YouTube abhängig. Änderungen könnten Reichweite und Wachstum negativ beeinflussen. Zudem lässt sich die Nachfrage (Klicks) trotz Marktanalyse nie mit Sicherheit prognostizieren.

Unvorhergesehene Kosten und finanzielle Risiken: Finanzprognosen könnten durch geringere Einnahmen als erwartet oder unvorhergesehene Ausgaben gefährdet werden (z.B. steigende Outsourcing-Kosten, teurere Softwarelizenzen, Qualitätsprobleme bei Merch-Anbietern).

Reputationsrisiko und Kontroversen: Bei der Diskussion komplexer, teils politisch aufgeladener geisteswissenschaftlicher Theorien (insbesondere im Kontext von Personas wie Linda oder Vera) besteht das Risiko von Fehlinterpretationen, Gegenreaktionen oder Social-Media-Kontroversen, was die Marke schädigen könnte.

Opportunity

Lücke im Premium-E-Learning-Markt (USP): Wir agieren in einem riesigen Wachstumsmarkt. Unser hochwertiger, dokumentarischer Ansatz füllt eine klare Marktlücke zwischen unattraktiven, aber korrekten akademischen Inhalten und attraktiven, aber inhaltlich schwachen Videos. Diese einzigartige Kombination zieht ein Publikum aus verschiedenen Nischen an.

Aufbau einer engagierten und monetarisierbaren Community: Der Fokus auf tiefgründige Inhalte zieht automatisch ein sehr loyales und engagiertes Nischenpublikum an. Dieses Publikum kann über gestaffelte Kanalmitgliedschaften (BOFU), Premium-Merchandise und Kurse effektiver monetarisiert werden als reine Werbeeinnahmen (stabilere Einnahmequelle).

Langlebige Anziehungskraft und passives Einkommen (Evergreen Content): Die zeitlose Natur geisteswissenschaftlicher Themen bedeutet, dass Videos über die Jahre hinweg relevant bleiben. Dies schafft eine kontinuierliche Chance für passives Einkommen und kompensiert die geringe Upload-Frequenz.

Strategische Plattform-Diversifizierung: Der langfristige Plan, eine eigene E-Learning-Plattform aufzubauen, verringert die Abhängigkeit von YouTubes Algorithmen, ermöglicht direkte Einnahmequellen und den Aufbau einer proprietären Inhaltsbibliothek.

Weakness

Abhängigkeit von Schlüsselpersonen (Single Point of Failure): Der Plan, sich zunächst vollständig auf interne Ressourcen zu verlassen, senkt das nötige Einstiegskapital, setzt uns Gründer aber unter Druck. Dies birgt ein Risiko für Burnout, eine Minderung der Qualität und eine einzelne Schwachstelle. Sollte ein Gründer ausfallen, könnte die Produktion vollständig zum Erliegen kommen.

Begrenzte Produktionskapazität und geringe Upload-Frequenz: Da ein kleines Team alle Kernaufgaben intern erledigt, ist die Produktion auf maximal sechs hochwertige Videos pro Jahr begrenzt. Diese Frequenz, obwohl für die Qualität notwendig und bei Kanälen wie Contrapoints oder HbomberGuy effektiv, könnte das anfängliche Wachstum auf YouTube verlangsamen.

Komplexität vs. Konsistente Zugänglichkeit: Es besteht die Gefahr, dass die inhärente Komplexität geisteswissenschaftlicher Konzepte die Inhalte für das breite Publikum zu abschreckend macht, wodurch das Wachstum auf eine kleinere, intellektuelle Nische beschränkt bliebe. Gleichzeitig würde eine zu starke Vereinfachung die Marken-Autorität untergraben. Dieser Balanceakt muss in jedem Skript und jedem visuellen Konzept neu gemeistert werden, um zu gewährleisten, dass die Inhalte fachlich fundiert bleiben, aber dank der didaktischen Struktur und der Mystery-Ästhetik für jeden verständlich und fesselnd sind.

Risiko der Zielgruppen-Verwässerung (Synergie-Ansatz): Der Versuch, eine Synergie aus unterschiedlichen Personas (Prüfungshilfe, True-Crime-Interesse, Ästhetik) zu schaffen, geht gegen gängige Best Practices. Dies erfordert eine durchdachte Skriptgestaltung, da die Gefahr besteht, dass der Inhalt letztendlich für keine der breiten Zielgruppen den spezifischen Mehrwert mehr bietet.

Strenghts

Einzigartiges und differenziertes Wertversprechen: Der Schwerpunkt liegt auf der Schaffung eines Erlebnisses/Anstoß (unter Verwendung von Spannung/Mystery als Köder und einer formalistischen Ästhetik), nicht nur auf der reinen Informationsvermittlung. Dieses tiefere, unausgesprochene Konzept ist für Wettbewerber schwer nachzuahmen. Die Kombination aus fesselnder Erzählung und akademisch fundierten, didaktisch klaren Inhalten ermöglicht es uns, die hohe Eintrittsbarriere für komplexe geisteswissenschaftliche Themen zu überwinden und ein breiteres Publikum anzuziehen (Minderung des Risikos der Überkomplexität).

Fokus auf hochwertige, „Evergreen“-Inhalte: Wir bauen eine Bibliothek von Inhalten auf, die durch die zeitlose Natur geisteswissenschaftlicher Themen über Jahre relevant bleibt. Diese Langlebigkeit sichert einen stetigen Strom an Aufrufen und Einnahmen. Zudem konzentriert sich unsere Design-Strategie darauf, eine einzigartige visuelle Identität für jedes Thema zu schaffen, die sich durch den Inhalt begründet und nicht aktuellen Trends folgt. Dieser Ansatz macht die Marke unabhängig von zyklischen Design-Trends und weniger anfällig für ästhetische Veralterung und Nachahmung (Minderung des Hype-Zyklus-Risikos und Wettbewerbsrisikos).

Expertise und Expertennetzwerk: Die Gründer verfügen über eine bewährte Expertise in Design und Videoproduktion sowie eine tiefe Kenntnis der geisteswissenschaftlichen Nische. Darüber hinaus sichert das etablierte Expertennetzwerk die wissenschaftliche Neutralität und fachliche Tiefe der Inhalte. Dies gewährleistet eine intensive Qualitätskontrolle und minimiert das Risiko von inhaltlichen Fehlern oder Reputationsschäden durch Kontroversen, was uns einen Vorteil gegenüber Akteuren verschafft, die nur eine dieser Kompetenzen besitzen.

Zielgruppen-Synergie: Unser Ansatz ermöglicht es uns, ohne Inhalte zu verwässern, mehrere Zielgruppen (Prüfungshilfe, Ästhetik, True-Crime) und Bedürfnisse zu bedienen (Unterhaltung, Bildung, Persönlichkeitsentwicklung). Dies führt zu einem stärkeren Wachstum als bei Konkurrenten. Die strategische Nutzung von Mystery und Visuals erzeugt einen starken Treiber zum Dranbleiben und dient als didaktische Struktur, um den Zuschauer schrittweise in die Komplexität einzuführen und die Synergie zu halten.